Das ist der Sonnenbank Flavor :D

Kleinstadtromantik...

Ich kann mich noch genau daran erinnern: Vor ungefähr 5 Jahren war es mein größter Traum meine Heimatstadt endlich verlassen zu dürfen. Damals war ich 16 und saß mit meiner besten Freundin auf dem Betonboden am Hafen. Es war Hochsommer und wir fühlten uns ober cool weil wir die ersten in diesem Nest waren, die echte Converse trugen. Die Tussis aus unserer Schule verachteten wir, färbten uns die Haare schwarz und dachten: Scheiß auf euch alle.
Es war die Zeit, in der wir nichts weiter wollten als weg: Auf Festivals, nach Amerika einfach nur weg.
Wir machten uns lustig über Techno und sangen "Up on the rooftops, listening to Punkrock". Mest, The Used und andere, peinlichere Bands zählten wir zu unseren Helden. Bands, deren Konzerte wir heute nurnoch betrunken ertragen können.
So verbrachten wir die Sonntage mit unseren Billig-Skateboards schwärmten für Typen die wir heute nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würden, überlegten wie wir am schnellsten Gitarre spielen lernten und träumten von einer Reise zur Warped Tour.
Kurz vorher haben wir wohl unsere ersten Erfahrungen mit Alkohol machen dürfen und uns auf den Stadtfesten blamiert.
Früher, war diese Stadt unser Gefängnis, heute, da ich nicht mehr dort lebe ist sie mehr Heimat denn je.
Dann besuche ich meine Elter und sehe meinen Schulweg den ich 13 Jahre lang ging, sehe das Einkaufszentrum wo ich als 14-jährige abgehangen habe, sehe die Wiese auf der früher mein Zu Hause stand. Dann sehe ich das Flussufer, an dem überhaupt nichts mehr so ist, wie damals. Zahlreiche Bänke, Bäume und ein Eiswagen verdrängten den grauen Plattenboden, auf dem es nichts gab außer Gras, das sich durchs Beton bohrte.
Dann schau ich uns heute an, verantwortungsbewusst und vor allem selbstständig, und sehe das wir tatsächlich erwachsen geworden sind. Die Freitagabende verbringen wir nun nicht mehr auf irgendwelchen Dorfdiscos oder bei DVD Abenden in der Kleinstadt sondern in Clubs. Und wir lachen über diejenigen die so sind wie wir einmal waren, fühlen uns immer noch cooler als den Rest. Und wissen, dass der andere immer da sein wird, egal zu welcher Uhrzeit, egal wo auf der Welt.

Schön dass sich eben doch nicht alles komplett verändert hat.
Ich dank dir Moni.

3.3.09 17:23

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Fincky (25.3.09 11:22)
Schöne Beitrag. Grade die Passage über die alte Heimat. Das ist wirklich wahr. Wenn man erstmal weg von zuhause ist und alle paar Monate mal zu den Eltern fährt, dann ist das schon ein komisches gefühl.

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